Quartett

Kammerkonzert mit drei Pariser Quartetten von Telemann

Unser diesjähriges Kammerkonzert vom Sonntag, 8. November steht im Zeichen der Pariser Quartette von Telemann.

Die zwölf Pariser Quartette sind in zwei Serien komponiert worden. Sie haben alle dieselbe Besetzung: Flöte, Violine, Violoncello und Cembalo. Die erste Serie mit sechs Quartetten stammt aus Hamburg 1730, wo Telemann Musikdirektor war. 1736 liess Telemann diese Quartette durch einen Pariser Verlag veröffentlichen. Mit Paris war er verbunden durch freundschaftliche Beziehungen zu bedeutenden zeitgenössischen Musikern. Diese Quartette erfreuten sich sehr schnell grosser Beliebtheit, was Telemann bewegte, eine weitere Serie mit sechs Quartetten anzufügen. Diese Werke brachte er nach Paris, wohin er 1737 eingeladen worden war. Auch die zweite Serie war überaus erfolgreich. Sie unterscheidet sich von der ersten durch die durchwegs französischen Satzbezeichnungen. Auch der musikalische Stil ist französisch gefärbt. Beide Faktoren sind Ehrerbietungen an das Pariser Publikum, welches Telemann sehr gastfreundlich aufnahm.

Vor einigen Jahren nahmen wir (das Quartett des Bach Ensemble) uns einen ganzen Tag Zeit, alle zwölf Quartette durchzuspielen. Wir stimmten demokratisch ab, welche in unser Repertoire gehören, und welche wir zurückstellen wollen. Das war alles andere als einfach. Durchgefallen ist jedenfalls keines der Quartette. Nach dem letzten Stück staunten wir alle über das Originelle und Fantasievolle dieser Werke.

In unserem diesjährigen Kammerkonzert sind drei Werke auf dem Programm, die beiden Serien entnommen sind. Die tonartliche Reihenfolge gleicht einer Steigerung: In ständiger Überhöhung folgen auf G-Dur die Tonarten D-Dur und A-Dur. Das «deutsche» Quartett ist eingemittet zwischen zwei «französischen».