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Gastbeitrag der Solistin Barbara Erni: Musik voller Energie und Glanz

Im diesjährigen Weihnachtskonzert im KKL werden unter anderem die beiden berühmten Werke „Gloria“ von Antonio Vivaldi und „Magnificat“ von Johannn Sebastian Bach erklingen. Schon seit Jahren begleiten mich diese beiden wunderbaren Werke auf meinem Weg als Sängerin. Ich erinnere mich zum Beispiel an meinen ersten solistischen Einsatz in Vivaldi’s Gloria, damals noch als angehende Primarlehrerin, zusammen mit dem Gymnasiumschor. Bereits damals und auch heute noch übt dieses Werk mit seiner speziellen Energie eine grosse Faszination auf mich aus.

Auch meine ersten Erinnerungen an Bachs Magnificat reichen zurück in die Anfangszeit meines Gesangsstudiums. Es war eines der ersten Bach-Werke, welches ich einstudieren konnte. Und ich weiss auch noch, dass ich nicht so recht wusste, was ich mit dieser Musik anfangen sollte. Es war einerseits faszinierend, andererseits… ein schwieriger Knochenjob… So richtig wohl fühlte ich mich lange nicht und es war mir bewusst, dass man in diese Arien „hineinwachsen“ muss. Erst als ich sie mit der Altistin Ingeborg Danz zusammen erarbeiten, ja „erobern“ durfte, eröffnete sich mir der Zauber dieser Musik. Ich liebe die Transparenz und Farbigkeit, die stimmungsvollen und eindringlichen Melodien, aber auch die Gegensätzlichkeiten. Die sprühende Energie des „Et exsultavit“ packt mich genauso wie die ruhige, fast meditative Stimmung im „Et misericordia“… und dann „mein“  heissgeliebtes „Esurientes“… so schlicht, so fein und wunderschön!

So bin ich mit beiden Werken schon einige Jahre vertraut und lerne und erlebe sie immer wieder neu! Es ist spannend, wie sich solche Werke in meinem Innern wandeln, wie ich mit und an ihnen gewachsen bin. Immer wieder möchte ich sie neu erschaffen, die „Altlasten“ – „diä altä Chnörz“ – abwerfen und etwas Neues wagen, zulassen und offen sein für die Ideen des Dirigenten und meiner Mitmusiker. Hier möchte ich den Bogen zu meiner Zusammenarbeit mit Franz Schaffner und dem Bach Ensemble Luzern spannen.

Seit einigen Jahren habe ich immer wieder die Ehre und das Vergnügen, mit Dirigent Franz Schaffner und seinem Team zu singen. Ich schätze und bewundere die hochmusikalischen Fähigkeiten und die Professionalität von Franz enorm. Mit ihm und seinem Ensemble zu musizieren ist immer ein Fest! Ich spüre seinen Respekt gegenüber der Musik, aber auch gegenüber den Musikern. Dementsprechend gestaltet sich auch die Zusammenarbeit. Man begegnet sich in Offenheit und lässt dann zusammen in der Probe etwas entstehen, man lässt sich aufeinander ein und findet sich als Ganzes, als Einheit. Einerseits kann ich mich einbringen, geniesse künstlerische Freiheiten und meine musikalischen Ideen finden Gehör. Andererseits geht man aufeinander ein, verbindet sich und „zieht am gleichen Strick“. Und genau deshalb sind diese Konzerte mit Franz und dem Bach Ensemble Luzern immer grosse, beflügelnde und wohltuende Erlebnisse für mich – DANKE VON HERZEN!

Ich freue mich auf das Weihnachtskonzert mit euch allen im KKL mit diesen herrlichen Werken! Ich werde mit Herz, Leib und Seele singen und mich mit euch verbinden, damit wir alle zusammen ein ganzheitliches Medium für diese wunderbare Musik bilden – möge sie bei unserem Publikum ankommen und die Herzen berühren!

Barbara Erni